“Wir bleiben in Biel”: Brief und Petition an den Bieler Gemeinderat

“Wir bleiben in Biel!” Dies bleibt die Forderung der Bewohnenden des Rückkehrcamps Bözingen. Der Bieler Gemeinderat verschliesst bisher trotz Protest die Ohren. Wir wollen nicht zuwarten bis der Kanton alle Bewohnenden weg von Biel in andere Camps transferiert bzw. in abgelegenen Orten isoliert. Es braucht dringend einen Austausch, um Lösungen zu finden. Deshalb schicken wir dem Gemeinderat heute eine Gesprächseinladung und eine neue Petition.

“Nous restons à Bienne !” Telle reste la revendication des habitant-e-s du camp de retour de Boujean. Jusqu’à présent, le Conseil municipal de Bienne a fait la sourde oreille malgré le mouvement de protestation. Nous ne voulons pas attendre que le canton transfère tou-te-s les habitant-e-s vers d’autres camps resp. les isole dans des endroits perdus. Il faut absolument un échange pour trouver des solutions. C’est pourquoi nous envoyons aujourd’hui au conseil municipal une invitation à un entretien et une nouvelle pétition.

“We stay in Biel!” This remains the demand of the residents of the return camp Bözingen. The municipal council of Biel has so far closed its ears despite the protest. We do not want to wait until the canton transfers all residents away from Biel to other camps respectively isolates them in far away places. There is an urgent need for an exchange to find solutions. That is why today we are sending the municipal council an invitation to talk and a new petition.

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Berner Migrationsdienst geht mit aller Härte gegen abgewiesene Familien vor

DE; Dank solidarischer Personen stehen für die Familien des Camps Bözingen zunehmend viele einzugsbereite Wohnungen in Biel bereit. Trotzdem blieb der kantonale Migrationsdienst hart. Heute morgen setzte er die Verlegung von drei abgewiesenenFamilien vom Rückkehrcamps Bözingen ins abgelegene Rückkehrcamp Enggistein durch. Ohne zusätzlichen Druck werden weitere Verlegungen folgen.

EN: Thanks to people showing solidarity, there are an increasing number of apartments in Biel ready for the families of the Bözingen camp to move into. Nevertheless, the cantonal migration service remained hard. This morning it enforced the transfer of three rejected families from the return camp Bözingen to the remote return camp Enggistein. Without additional pressure, further transfers will follow.

Unterschreibt die noch laufende Petition “Teilen statt spalten”!

FR: Grâce à des personnes solidaires, les familles du camp de Boujean disposent de plus en plus d’appartements prêts à être habités à Bienne. Malgré cela, le service de migration cantonal est resté dur. Ce matin, il a imposé le transfert de trois familles déboutées du camp de retour de Boujean vers le camp de retour isolé d’Enggistein. Sans pression supplémentaire, d’autres transferts suivront.

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Dringende Petition von #StopIsolaton Bözingen!

Der Bieler Gemeinderat soll morgen den Familien-Tranfer nach Enggistein verhindern! Biel hat Platz! Stoppt die Ungleichbehandlung zwischen ukrainischen und anderen Geflüchteten!

Pétition: Le Conseil municipal de Bienne doit empêcher demain le transfert des familles à Enggistein ! Bienne a de la place ! Stop à l’inégalité de traitement entre les réfugié-e-s ukrainien-ne-s et les autres !

Petition: The Biel City Council should stop the family transfer to Enggistein tomorrow! Biel has space! Stop the unequal treatment between Ukrainian and other refugees!

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Isolation Kills: Rest in Power N. Rasanayagam!

DE: In Gedenken an N. Rasanayagam demonstrierten #Stop Isolation und das Migrant Solidarity Network in Bern. Warum? Das Asylregime hat ihn getötet!

EN: In memory of N. Rasanayagam, #StopIsolation and the Migrant Solidarity Network demonstrated in Bern. Why? The asylum regime killed him!

FR: En mémoire de N. Rasanayagam, #StopIsolation et le Migrant Solidarity Network ont manifesté à Berne. Pourquoi ? Le régime d’asile l’a tué !

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Isolation Kills | 31.3.22 | 14 Uhr | Waisenhausplatz | Bern

Am 15. Februar 2022 wurde Nesurasa zuletzt von einem Zimmermitbewohner gesehen. Sein Leichnam wurde erst am Freitag darauf auf einem Feld ungefähr 500m vom Rückkehrcamp Gampelen entfernt gefunden. #IsolationKills

Ohne die genaue Todesursache und den Todeszeitpunkt zu kennen, liessen die Behörden den Leichnam von Nesurasa kremieren, obwohl seine Familie dies ausdrücklich nicht wollte!

Stop Isolation

English, Tigrinia, Amarisch

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Petitionsübergabe: “Wir bleiben in Biel-Bienne”

DE: Freitag | 25. März | 13 Uhr | Mühlebrücke 5 | Biel

FR: Remise de pétition | vendredi | 25 mars | 13h | Mühlebrücke 5 | Bienne

54 Bewohnende des Nothilfe-Camps Bözingen haben eine Petition mit vier Forderungen unterzeichnet. Die Petition wurde „Stop Isolation Bözingen“ – Gruppe von Bewohnenden – gestartet und vom Migrant Solidarity Network unterstützt. Was wird gefordert?

  • Wir wollen in Biel bleiben und nicht an einen abgelegenen Ort isoliert werden.
  • Wir wollen, dass Kinder weiter hier zur Schule gehen können.
  • Wir wollen in Wohnungen leben dürfen.
  • Wir brauchen Aufenthaltsbewilligungen für eine Perspektive.
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Hungerstreik vor dem SEM in eisiger Kälte

Nazary und Shekib, die seit mehr als 6 Jahren in der Schweiz leben und deren Asylgesuche abgelehnt wurden, machen seit Mittwoch, den 1. Februar 2022 einen Hungerstreik vor dem SEM. Nazary und Shekib haben eine Bewilligung bis am 10. Februar ihren Hungerstreik vor dem SEM durchzuführen. Sie fordern endlich ein Bleiberecht. Dies nicht nur wegen der prekären und rechtlosen Lage in der Schweiz, in der sie seit Jahren stecken, sondern damit sie einen Familiennachzug organisieren können. Ein Ding der Unmöglichkeit ohne legalisierten Status in der Schweiz. Aktuell fordern sie zudem ein humanitäres Visum für ihre Familienangehörigen aus Afghanistan. 

Hungerstreik vor dem SEM aufgrund der Lage als abgewiesene afghanische Geflüchtete in der Schweiz (Januar 2022)
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Erfolg: Afghanische Geflüchtete erhalten ab jetzt mindestens einen F-Ausweis

یک گام موفقیت برای پناهندگان اهل افغانستان در کشور سوئیس:
پناهندگان افغانستانی از اکنون حداقل اقامت موقت نوع “F” دریافت خواهند کرد.
بالاخره دبیرخانه ادره مهاجرت سوئیس نیز حداقل تقاضای ما را پذیرفت که افرادی که از افغانستان به سوئیس فرار کرده اند یا میکنند حفاظت صورت می‌گیرد.

Success: Afghan refugees now receive at least an F permit

Succès : les réfugié∙es afghan∙es obtiennent désormais au moins un permis F
Türkisch

Gegen die Taliban sein, heisst auch Solidarität mit geflüchteten Afghan*innen
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Ein Hilferuf aus dem Camp Sonnenberg in Vilters St. Gallen

Asylcamp Sonnenberg 2021

Ein Hilferuf gelangte letzte Woche ans Migrant Solidarity Network. Es waren verzweifelte Menschen, die im Nothilfecamp in Sonnenberg in St. Gallen leben müssen. Der Sonnenberg liegt in Vilters-Wangs im Kanton St. Gallen, gut eine Stunde zu Fuss nach Sargans, dem nächsten grösseren Ort. Es leben 80 Menschen im Camp – viel zu viele auf kleinem Raum. 

  • Die Menschen im Camp erhalten kein Geld, sondern ausschliesslich Sachabgaben. Das bedeutet, das Essen wird geliefert zu spezifischen Zeiten: um 7.30 Frühstück, um 12.00 Mittagessen, um 17.00 Uhr Abendessen. Möglichkeiten zum Selberkochen gibt es nicht. Wer die Mahlzeit verpasst, erhält sie erst am nächsten Tag wieder. Gerade für Personen mit Kindern ist diese fixe Essenszeit schwierig. Dazwischen gibt es keinen Zugang zu Lebensmitteln.  
  • Die Personen erhalten die Nothilfe nicht in Geldform. Trotzdem müssen sie für Hygieneprodukte, wie zum Beispiel Binden und Tampons, aber auch Seife und Shampoo (einen Franken) bezahlen. Ein unmöglicher Umstand ohne finanzielle Mittel.
  • Die Türen des Camps schliessen um 22 Uhr. Kommen die Bewohnenden später nach Hause, wird ihnen der Einlass verweigert und sie müssen die Nacht ausserhalb des Camps verbringen.
  • Viele Menschen werden unter diesen Bedingungen psychisch krank. Sie leiden unter Depressionen, Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit. 

Es gibt Personen, die schon seit acht Jahren in der Nothilfe leben müssen und davon schon lange Zeit im Sonnenberg, ohne Selbstbestimmung über ihre Zeit und ohne Geld. Nun regt sich Widerstand. Die Personen im Camp sind nicht mehr bereit unter diesen menschenunwürdigen Bedingungen zu leben. Sie wollen die unhaltbaren Zustände jetzt an die Öffentlichkeit bringen und appellieren an die Solidarität von allen. 

Ein MSN-Aktivist besuchte das Camp und hat über die Zustände ein Video gemacht:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=263781878922018&id=100023489117328&sfnsn=mo,