No Frontex! Aufruf an alle interessierten Migrant*innen.

Das Migrant Solidarity Network leistet Widerstand gegen die europäische Grenzpolizei Frontex und sammelt Unterschriften für ein Referendum gegen die Frontex. Wenn wir 50’000 Unterschriften von Stimmberechtigten sammeln, gibt es in der Schweiz eine Abstimmung über diese Frage: Soll die Frontex von der Schweiz jedes Jahr 61 Millionen Franken für Grenzgewalt, Überwachung und Abschiebungen bekommen? Ja oder Nein?

Wegen dem Referendum hat das Migrant Solidarity Network im Moment viel Aufmerksamkeit. Medien wollen mit Migrant*innen über Frontex oder Grenzgewalt, Überwachung, Ausschaffungen sprechen. Journalist*innen stellen oft solche Fragen:

  • Warum seid ihr gegen die Frontex?
  • Was waren negative Erfahrungen mit Frontex?
  • Habt ihr Beispiele oder sogar Beweise, die zeigen, dass die Frontex Gewalt gegen Migrant*innen anwendet oder illegale Sachen macht?
  • Was wollt ihr der Politik in der Schweiz oder Europa sagen?

Hast du oder hat deine Gruppe Antworten auf die Fragen oder Kritik an Frontex, Grenzgewalt, Überwachtung, Abschiebungen? Melde dich gerne bei uns! Wir haben eine Website frontex-referendum.ch, Facebook, Twitter, Instagram und Kontakte zu Journalist*innen.

Wir wollen unbedingt die Stimmen der Migration und ihre Kritik an Frontex hörbar und spürbar machen! Zusammen können wir die Situation verbessern und Diskriminierungen bekämpfen.

So erreichst du uns:
Sende eine E-Mail an info@migrant-solidarity-network.ch.
Schreib uns auf Facebook, Instagram oder Twitter

Schikane: Polizeikontrolle im Rückkehrzentrum

Kanton Bern, 29. Januar 2021

„Am 22. Januar 2021 fuhr ich mit dem Auto eines Freundes in das Rückkehrzentrum in dem ich wohne. Als ich auf dem Parkplatz innerhalb des Rückkehrzentrums aussteigen wollte, wurde ich von der Polizei gestoppt. Sie sagten, bitte zeigen sie mir ihren Fahrzeugausweis, den Führerausweis und sie forderten mich auf, mich auszuweisen. Die Polizisten sagten: ‚Ah du bist illegal.‘ Ich sagte ihnen: ‚Ja, ich weiss ich bin illegal seit 2018, aber hier wohnen nur illegalisierte Menschen.‘ Sie erklärten mir, ich solle zurück in ‚mein Land‘. Dann habe ich gesagt: ‚Nein, ich gehe nicht zurück.‘ Da änderte sich ihr Tonfall. Und ich musste mit ausgestreckten Armen  vor dem Auto stehen und sie durchsuchten mich am ganzen Körper.  Ich durfte auch nicht mehr reden. Sie behandelten mich wie eine gefährliche Person. Alle Personen im Camp schauten zu und fragten sich sicher, was ich wohl gemacht habe. Ich war total ausgestellt. Ich finde das ist kein respektvoller Umgang. Dann riefen sie sogar noch Verstärkung. Ich bat sie darum dass ein Freund für mich dolmetschen konnte, aber sie verweigerten es mir. Dann kam ein Polizeibus und ich musste einsteigen. Sie fuhren mit mir zur Polizeistation. Auf der Polizeistation wurde ich befragt: ‚Weshalb ich noch hier sein? Ob ich arbeite? Und sie erklärten mir, dass ich nicht hier sein dürfe.‘ Auch auf dem Polizeiposten war niemand, der mir übersetzte. So verstand ich gar nicht alles was sie mich fragten. Das ist ebenfalls respektlos. Endlich liessen sie mich gehen.

Sie haben mich im Rückkehrzentrum wie ein Tier behandelt. Dabei sind hier alle illegal. Und trotzdem haben sie mich auf den Polizeiposten genommen. Ist das Respekt?“

Sonderflüge: Angst und Schrecken in den Camps

Biel, 25. Januar 2021, Menschen aus Äthiopien vor einem angekündigten Sonderflug

“Die Menschen in den Camps haben grosse Angst. Einige können nicht mehr schlafen. Jedes Mal wenn sie einen Schlüssel hören, denken sie die Polizei kommt. Es hat Leute mit Kindern in den Camps. Sie können sonst nirgends. Einige überlegen bei Freunden zu übernachten, weil sie nicht wollen, dass die Polizei sie verhaftet. Jeden Tag kommt die Polizei ins Camp. Dann sehen die Leute die Polizei und sie haben Angst. Viele sind seit vielen Jahren in der Schweiz – sechs, sieben oder acht Jahre – sie können nicht zurück. In Äthiopien haben sie nichts und es herrscht jetzt Krieg. Der psychische Stress ist sehr gross.”

Zwei Geflüchtete aus Äthiopien im Rückkehrzentrum Biel Bözingen

“Wir müssen unverständliche, irrationale Regeln einhalten.” – Meine bisherigen Erfahrungen im Bundesasylcamp

DE: Der nachfolgende Text ist ein Erfahrungsbericht aus einem Bundesasylzentrum. Für migrantische Menschen, die ebenfalls gerne ihre Erfahrungen und/oder Analysen öffentlich teilen möchten, meldet euch jederzeit. Gerne können diese auf www.migrant-solidarity-network.ch gestellt werden. Migrantische Stimmen stark machen!

EN: “We must obey incomprehensible, irrational rules.” – My experiences so far at the federal asylum camp

The following text is a field report from a federal asylum center. If you are a migrant and would like to share your experiences and/or analyses with the public, please contact us at any time. You are welcome to post them on www.migrant-solidarity-network.ch. Making migrant voices strong!

FR: Nous devons obéir à des règles incompréhensibles et irrationnelles.” – Mes expériences vécues jusqu’à présent dans un camp d’asile fédéral

Le texte suivant est un rapport de terrain d’un centre d’asile fédéral. Pour les personnes migrantes qui souhaitent également partager leurs expériences et les mettre à la disposition du public, veuillez nous contacter à tout moment. Vous pouvez les publier sur le site web du Migrant Solidarity Network. Faire entendre la voix des migrants

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