Demo: Eritrea ist eine Diktatur, kein Staat für Migrationspartnerschaften

Heute demonstrieren (geflüchtete) Aktivist*innen aus Eritrea und anderen Ländern vor dem Staatssekretariat für Migration (SEM). Das SEM hätte den Auftrag für den Schutz von uns Migrantinnen und Migranten in der Schweiz zu sorgen. Leider haben Geflüchtete aus Eritrea in der Schweiz Probleme und das SEM hilft nicht, diese zu lösen. Auf die Probleme wollen die Demonstrierenden heute aufmerksam machen. “Es kommt uns vor, als wären wir von einem Ort der schlimmsten Ängste – Eritrea – in einen weiteren Ort der Ängste geflohen – in die Schweiz” sagen die Demonstrierenden.

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Stimmen nach der Demo gegen Isolation

“Wir müssen gesehen und gehört werden. Deshalb haben wir protestiert. Die Schweiz soll wissen wie es uns geht. Sie soll sich mit Menschlichkeit auseinandersetzen. Die Demo war gut. Doch die Medien haben schlecht berichtet. Es war nur wichtig was die Polizei macht. Warum schreiben die Medien nicht mehr über unsere Anliegen, Probleme und Vorschläge. Ich habe schon viele Interviews gegeben, doch veröffentlicht wurden sie nie. 

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Demonstration für eine Lebensperspektive trifft auf Polizeigewalt.

Impressionen von der Stop Isolation Kundgebung fotografiert am Dienstag 22. September 2020 in Bern. (Manuel Lopez)

Gestern haben mehrere hundert Geflüchtete aus der ganzen Schweiz gesagt: Genug ist genug! Jetzt nehmen wir uns die Strasse. Die geflüchteten Aktivist*innen haben sich selbstbestimmt in Bern zu einer Demonstration versammelt. Der Staat hatte darauf nur eine Antwort: Repression und brutale Polizeigewalt, die Verletzte forderte. Die Innenstadt und der Zugang zum Bundesplatz wurden abgesperrt, damit die geflüchteten Frauen, Männer und Kinder ihre Anliegen nicht auf dem Bundesplatz  vor dem tagenden schweizer Parlament vorbringen konnten. Dort, wo die rassistischen Gesetze beschlossen worden sind.

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Demonstration gegen Isolation von Polizei blockiert

Bilder und Videos

Heute demonstrieren geflüchtete Migrant*innen mit negativen Asylentscheid in Bern gegen ihre Isolation durch das Asylsystem. Mehrere hundert – darunter auch zahlreiche Kinder und Menschen mit Behinderungen – sind aus Bern, Zürich, Basel, Jura, Freiburg und anderen Kantonen angereist, um in der Hauptstadt Respekt, Würde und Aufenthaltsbewilligungen für alle zu fordern. Als abgewiesene Asylsuchende leben alle in Rückkehrzentren. Als (geflüchtete) Migrant*innen aus nichteuropäischen Staaten brauchen dringend Gleichbehandlung mit Schweizer*innen und mit europäischen Migrant*innen. Die alltägliche Gewalt im Asylsystem und die Zwangsabschiebungen sind diskriminierend und müssen endlich enden.

Polizei blockiert Demo mit Tränengas, Wasserwerfer und Gummischrot
Die geplante Route durch die Innenstadt zum Bundesplatz konnte nicht wie geplant gegangen werden. Direkt nach der Schützenmatte blockierte die Polizei die Strassen Richtung Innenstadt. Die Demo führte dann über die Lorraine und über Kornhausbrücke, wo die Polizei Gewaltmittel einsetze. Mehrere Personen darunter auch Kinder leiden nun unter den Folgen. Einige mussten ins Spital gebracht werden. Beim Waisenhausplatz legten die Demonstrierenden eine Schweigeminute ein. Seit der Einführung des verschärften Asylregimes haben sich mindestens zwei Personen das Leben genommen. In der Öffentlichkeit werden die Verstorbenen, wie Massoud, der sich kurz nach dem Negativentscheid umbrachte, todgeschwiegen.

Aktuell räumt die Polizei die Bollwerkkreuzung, die bisher vorhin von den (geflüchteten) Aktivist*innen blockiert war. Doch die Demo zieht weiter Richtung Bundesplatz.

Es ist nicht die erste Demonstration von geflüchteten diesen Sommer. Ihre Kritik und ihre Forderungen bleiben:

Aufenthaltsbewilligungen und eine Perspektive zum Leben
Keine Isolation und keine Gewalt in Asylcamps
Keine ständigen Bussen und Haftstrafen wegen „illegalem Aufenthalt
Keine Abschiebungen
Würde, Respekt und gleiche Rechte für alle

Schweizweite Demo am 22. September 2020 – Kommt alle und unterstützt den Protest!

DE: “In diesem System kann kein Mensch atmen”
Schweizweite Demo I 22. September 2020 I 14 Uhr I Schützenmatte I Bern

Gegen Gewalt und Isolation I Für Respekt, Würde und Aufenthaltsbewilligungen für alle.

In vielen Kantonen gab es bisher viel Protest gegen die Probleme mit dem Asylregime der Schweiz. “Stopp lsolation” leistet in Bern Widerstand. “Nothilfe ohne Zwang” ist in Zürich aktiv. In Basel kämpft “Drei Rosen gegen Grenzen”. Im Freiburg ist es die Gruppe Poya solidaire”. Das sind nur einige Beispiele der vielen Widerstandsbewegungen. Trotzdem haben die Behörden und die Politik bis jetzt nicht genügend auf unsere Forderungen reagiert. Die Situation ist für viele Geflüchtete in der Schweiz sehr schlimm. Deshalb haben wir uns in der gesamten Schweiz organisiert, um gemeinsam Widerstand zu leisten. Kommt alle an unsere Demo in Bern und unterstützt den Protest. Je stärker wir sind desto mehr können wir erreichen!

Viele von uns haben wenig oder kein Geld für den Transport nach Bern. Transportmöglichkeiten nach Bern werden von verschiedenen Städten organisiert.
Wer Geld hat, kann an den Verein Tickets for Protest spenden.
(CH15 0900 0000 1510 0908 8)

Organisation: Stopp Isolation Bern, Nothilfe ohne Zwang Zürich, Kollektiv Drei Rosen gegen Grenzen Basel, Migrant Solidarity Network, Solidarité Tattes Genf, Droit de Rester Freiburg, ROTA und Poya Solidaire Fribourg

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FR: “Dans ce système, aucun être humain ne peut respirer”
Manifestation interrégionale Suisse I 22 septembre 2020 I 14 h I Schützenmatte I Berne

Contre la violence et l’isolement I Pour le respect, la dignité et des permis de séjour pour tout.e.s

Dans de nombreux cantons, les problèmes liés au régime d’asile en Suisse ont fait l’objet de nombreuses protestations. “Stop lsolation” organise la résistance à Berne. “Nothilfe ohne Zwang” est active à Zurich. “Drei Rosen gegen Grenzen” se bat à Bâle. A Fribourg, c’est le groupe “Poya solidaire” qui est en lutte. Ce ne sont là que quelques exemples des nombreux mouvements et groupes. Néanmoins, les autorités et les politiques n’ont pas encore suffisamment réagi à nos revendications. La situation reste très mauvaise pour beaucoup de réfugié.e.s. C’est pourquoi nous nous sommes organisés dans toute la Suisse pour mener une action commune. Venez à notre manifestation à Berne et participez à la lutte. Plus nous sommes forts, plus nous pouvons réussir !

Beaucoup d’entre nous n’ont pas ou peu d’argent pour le transport vers Berne. Des transports gratuits vers Berne sont organisés par différentes villes.
Ceux qui ont de l’argent peuvent faire un don à l’association Tickets for Protest.
(CH15 0900 0000 1510 0908 8)

Organisation: Stop Isolation Berne, Nothilfe ohne Zwang Zurich, Collectif Drei Rosen gegen Grenzen Bâle, Migrant Solidarity Network, Solidarité Tattes Genève, Droit de Rester Fribourg, ROTA et Poya Solidaire Fribourg

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EN: “In this system no one can breathe”
Switzerland-wide demonstration I 22 September 2020 I 2 p.m. I Schützenmatte I Bern

Against violence and isolation I For respect, dignity and residence permits for all

In many cantons there has been much protest against the problems with the asylum regime in Switzerland. “Stopp lsolation” offers resistance in Bern. “Nothilfe ohne Zwang” is active in Zurich. In Basel, “Three Roses against Borders” is fighting. In Fribourg it is the group “Poya solidaire”. These are just a few examples of the many resistance movements. Nevertheless, the authorities and politicians have not yet reacted sufficiently to our demands. The situation is very bad for many refugees in Switzerland. That is why we have organized ourselves throughout Switzerland in order to offer resistance together. Come all to our demonstration in Bern and support the protest. The stronger we are the more we can achieve!

Many of us have little or no money for transportation to Bern. Transportation to Bern is organized by different cities.
Those who have money can donate to the association Tickets for Protest.
(CH15 0900 0000 1510 0908 8)

Organization: Stop Isolation Bern, Nothilfe ohne Zwang Zurich, Collective Drei Rosen gegen Grenzen Basel, Migrant Solidarity Network, Solidarité Tattes Geneva, Droit de Rester Fribourg, ROTA and Poya Solidaire Fribourg

Suizid wegen dem Asylregime: Gedenkkundgebung an Massoud Quadiri

Heute fand eine Gedenkkundgebung an Massoud Quadiri vor dem Staatssekretariat für Migration (SEM) statt. Der geflüchtete Kurde aus dem Iran nahm sich am 22. August das Leben. Die Behörden nehmen Selbstmorde kalt in Kauf. Die Kundgebung will die Wut über die mörderische Asylpolitik zeigen und die Trauer über Massouds Tod ausdrücken. „Wir sagen nein zu Entrechtung und Isolation, die Menschen in den Tod treibt!“ Das sagen die kurdischen Geflüchteten aus dem Iran und das Migrant Solidarity Network, die zur Kundgebung aufrufen.

Sie stellen dem SEM folgende Fragen:

– Inwiefern übernimmt das SEM Verantwortung für die Selbstmorde sowie die gesundheitlichen, existentiellen Folgen eines negativen Asylentscheides für abgewiesene Geflüchtete?

– Was tut das SEM, um Selbstmorde von Menschen mit einem negativen Asylentscheid zu verhindern?

– Was unternimmt das SEM, um die Würde, den Respekt und die Gleichberechtigung von Menschen mit Negativentscheid sicherzustellen.Sie haben ein Recht wie Menschen behandelt zu werden?

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„Keiner sieht mich. Keiner hört mich. Hier bin ich ein Nichts“ – Angehörige und Freund*innen erzählen Massouds Geschichte

(English below) Massoud ist am 22. August 2020 aus dem Leben gegangen. Es ist von einem Suizid auszugehen. Angehörige und nächste Freund*innen von Massoud haben dem Migrant Solidarity Network seine Geschichte erzählt. Nichts soll vergessen gehen, wenn Menschen wegen des Asylsystems sterben:

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Demo vor dem Staatssekretariat für Migration (SEM) nach dem Selbstmord von Masoud Ghadiri

EN: Demonstration in front of the State Secretariat for Migration (SEM) after the suicide of Masoud Ghadiri


Freitag | 11. September | 12.30 | Staatssekretariat für Migration | Quellenweg 6, Wabern

Viele Geflüchtete in der Schweiz werden über lange Zeit isoliert und stehen unter sehr viel Druck. So auch Masoud Ghadiri, der vor drei Monaten einen Negativentscheid vom SEM erhalten hat und seither von der Nothilfe leben musste. Eine Ausschaffung in den Iran hätte sein Leben in grosse Gefahr gebracht. Er hat darum sein Leben letzte Woche selbst beendet. Um unsere Wut und Trauer gegenüber der mörderischen Politik des schweizer Asylregimes zu zeigen, treffen wir uns diesen Freitag (11. September) um 12.30 vor dem Staatssekretariat für Migration (SEM). Wir sagen nein zu dieser Entrechtung und Isolation, die Menschen in den Tod treibt! #StopIsolation

Mehr Informationen zum Tod von Masoud: https://migrant-solidarity-network.ch/2020/08/26/ein-kurdischer-gefluechteter-aus-dem-iran-dessen-asylgesuch-abgelehnt-wurde-beging-im-kanton-glarus-selbstmord/

Friday | 11 September | 12.30 | State Secretariat for Migration | Quellenweg 6, Wabern

Many refugees in Switzerland are isolated for years and are under a lot of pressure. One of them is Masoud Ghadiri, who received a negative decision from the SEM three months ago and has had to live on emergency aid ever since. A deportation to Iran would have put his life in great danger. He therefore ended his life himself last week. In order to show our anger and sadness in the face of the murderous politics of the Swiss asylum regime, we will meet this Friday (September 11th) at 12.30 pm in front of the State Secretariat for Migration (SEM). We say no to this disenfranchisement and isolation that drives people to their death! #StopIsolation

More information about the death of Masoud: https://migrant-solidarity-network.ch/2020/08/26/ein-kurdischer-gefluechteter-aus-dem-iran-dessen-asylgesuch-abgelehnt-wurde-beging-im-kanton-glarus-selbstmord/