Alerta: Die Ausschaffungen von Eritreer*innen mit Ausweis F starten

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Start of the expulsions of Eritreans with Ausweis F
The Federal Administrative Court (BVGer) says provisionally admitted refugees from Eritrea should be deported. The State Secretariat for Migration (SEM) has therefore examined 250 Eritrean with an F permit to see whether they can be deported under the new jurisdiction. Apparently, it’s nine percent. By mid-2019, the SEM is examining the deportation of another 2,800 Eritreans with an F permit. The SEM and the BVERer consciously and unnecessarily accept the risk of endangering the dignity, self-determination and security of thousands of people.

Pressrelease of the SEM

What has long been a reason for asylum is now a reason for deportation
The Federal Administrative Court has confirmed twice that the authorities should start the expulsion process. In a first ruling of 17 August 2017, it stated that it was in principle acceptable to consider deportations. In a second ruling of 10 July 2018, the BVGer even goes further and calls on the SEM to deport the person even if he would to be drafted into national service in Eritrea.

Review of another 2800 provisionally admitted refugees by mid-2019
The SEM wants to deport 20 of the 250 persons examined. By mid-2019, it is examining the expulsion of a further 2800 provisionally admitted refugees. First, SEM looks at the cases of families, unaccompanied minors and young people in education, then all the others. This order is unusual and can be regarded as a small partial success of the movement. Usually, SEM always deals first with requests from people who can easily be deported. In the case of the Eritreans, the SEM argues more humanely: “This means that ongoing integration measures can be continued for those who are allowed to remain in Switzerland for the time being. Within the framework of the integration agenda, the Confederation and the cantons want to integrate asylum seekers who are likely to remain in Switzerland into working life and society in our country as quickly as possible”.

Deportation as a racist double punishment
SEM wants to immediately and automatically deport provisionally admitted refugees who at some point in time were somehow delinquent. SEM is thus once again relying on the practice of double punishment. Swiss criminals pay or go to jail. Eritreans with an F permit are treated differently. First they pay or go to jail, then comes the second penalty: deportation.

Peace between Eritrea and Ethiopia is good, but peace is also needed in Eritrea itself
Despite the peace agreement, a despotic regime remains in power in Eritrea. The Eritrean dictator Isayas Afewerki has even increased repression in recent months. Although Afewerki has promised to limit the unlimited, compulsory national service to 18 months, the reality is different. But the BVGer and the SEM apparently do not care about this.

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Die Ausschaffungen von Eritreer*innen mit Ausweis F starten

Das Bundesvewaltungsgericht sagt, vorläufig aufgenommene Geflüchtete aus Eritrea sollen ausgeschafft werden. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat deshalb bei 250 Eritreer*innen mit F-Ausweis geprüft, ob sie gemäss der neuen Rechtssprechung ausgeschafft werden können. Offenbar sind es neun Prozent. Bis Mitte 2019 prüft das SEM die Ausschaffung bei weiteren 2800 Eritreer*innen mit Ausweis F. Das SEM und das BVERer nehmen bewusst und unnötig in Kauf, die Würde, Selbstbestimmung und Sicherheit von tausenden Menschen zu gefährden.

Was lange ein Asylgrund war, ist neu ein Grund für die Ausschaffung

Das Bundesverwaltungsgericht hat zwei Mal bestätigt, dass die Behörden ausschaffen sollen. In einem ersten Urteil vom 17. August 2017 hat es festgehalten, dass Ausschaffungen grundsätzlich zumutbar erachtet. Das BVGer findet: „Eritreer, die ihre Dienstpflicht geleistet haben, müssen bei der Rückkehr ins Heimatland nicht generell mit erneuter Einberufung in den Nationaldienst oder mit Bestrafung rechen.“ In einem zweiten Urteil vom 10. Juli 2018 geht das BVGer sogar weiter und fordert das SEM auf, auch dann abzuschieben, wenn die Person in Eritrea in den Nationaldienst eingezogen würde.

Überprüfung von weiteren 2800 vorläufigen Aufnahmen bis Mitte 2019

Von den 250 untersuchten Personen will das SEM 20 Personen ausschaffen. Bis Mitte 2019 prüft es die Ausschaffung von weiteren 2800 vorläufige Aufnahmen. Zuerst schaut das SEM die Fälle von Familien, unbegleiteten Minderjährigen und jungen Personen in Ausbildung an, danach alle anderen. Diese Reihenfolge ist ungewöhnlich und durchaus als kleiner Teilerfolg des Bewegung zu betrachten. Normalerweise behandelt das SEM immer zuerst Gesuche von Personen an, die einfach ausgeschafft werden können. Im Fall der Eritreer*innen argumentiert das SEM menschlicher: „So können laufende Integrationsmassnahmen bei jenen, die vorderhand in der Schweiz bleiben dürfen, weitergeführt werden. Bund und Kantone wollen Menschen aus dem Asylbereich, die voraussichtlich in der Schweiz bleiben können, im Rahmen der Integrationsagenda so rasch wie möglich ins Berufsleben und in die Gesellschaft unseres Landes integrieren.“

Ausschaffung als rassistische Doppelbestrafung

Vorläufig aufgenommene Personen, die irgendwann und irgendwie straffällig waren, will das SEM per sofort und automatisch ausschaffen. Damit setzt das SEM einmal mehr auf die Praxis der Doppelbestrafungen. Straffällige Schweizer*innen bezahlen oder sitzen ihre Strafe ab. Eritreer*innen mit F-Ausweis werden anders behandelt. Zuerst bezahlen oder sitzen sie ihre Strafe ab, danach kommt die zweite Strafe: die Ausschaffung.

Frieden zwischen Eritrea und Äthiopien ist gut, aber auch Frieden in Eritrea selber ist nötig

Trotz des Friedensabkommens bleibt in Eritrea ein despotisches Regime an der Macht. Der eritreische Diktator Isayas Afewerki hat in den letzten Monaten die Repression sogar verstärkt. Zwar hat Afewerki versprochen, den unbegrenzt langen, obligatorischen Nationaldienst wieder auf 18 Monate zu beschränken, die Realität sieht aber anders aus. Doch diese ist dem BVGer und dem SEM offenbar egal.

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