Ein neuer Erfolg: Nachdem letzte Woche die UN-Kommission zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) eine Beschwerde gutgeheissen hat, hies der UN-Ausschuss gegen Folter (CAT) heute die Beschwerde eines Mann gut. Karin Keller Sutter und das SEM verzichten offiziell aber immer noch nicht auf den gebuchten Frontex-Sonderflug von Genf nach Äthiopien.
FR: Stopper le vol spécial : Trois prises de position de membres de la communauté éthiopienne EN: Stop Special Flight: Three Statements from Members of the Ethiopian Community
DE: Am 27. Januar wollen die Schweizer Behörden Tahir Tilmo und weitere abgewiesene Geflüchtete aus Äthiopien zwangsausschaffen. Ein ganzer Sonderflug ab Genf nach Äthiopien wurde gebucht. Heute Morgen ist Tahir Tilmo in einen Hunger- und Durststreik getreten. Er setzt sein Leben aufs Spiel, um es zu retten. Denn nur Personen in einem sehr verschlechterten Gesundheitszustand können eventuell einer Zwangsausschaffung entkommen (vgl. Quelle).
FR: Genève : Grève de la faim et de la soif contre la menace d’un vol spécial vers l’Ethiopie Le 27 janvier, les autorités suisses veulent expulser par la force Tahir Tilmo et d’autres réfugié.e.s débouté.e.s d’Éthiopie. Un vol spécial complet de Genève à l’Ethiopie a été réservé. Ce matin, Tahir Tilmo a entamé une grève de la faim et de la soif. Il risque sa vie pour la sauver. Car seul les personnes dont l’état de santé est très dégradé peuvent éventuellement échapper à une expulsion forcée (voir source).
EN: Geneva: Hunger and thirst strike against impending deportation flight to Ethiopia On 27 January, the Swiss authorities plan to deport Tahir Tilmo and other rejected refugees from Ethiopia. An entire special flight from Geneva to Ethiopia has been booked. This morning, Tahir Tilmo started a hunger and thirst strike. He is risking his life to save it. Because only people in a very deteriorated state of health can eventually escape forced deportation (cf. source).
DE: Kollektive im Kanton Waadt fordern Karine Keller Suter, Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), und Mario Gattiker, Staatssekretär für Migration (SEM), sowie die zuständigen Behörden auf, den für den 27. Januar 2021 geplanten Sonderflug nach Äthiopien auszusetzen und die zwangsweise Rückführung, der in der Schweiz lebenden äthiopischen Asylsuchenden zu stoppen. FR: Des collectifs vaudois demandent à Karine Keller Suter, Cheffe du Département fédéral de justice et police (DFJP) et Mario Gattiker, Secrétaire d’Etat aux Migration (SEM), ainsi qu’aux autorités compétentes la suspension du vol spécial vers l’Ethiopie prévu le 27.01.2021 et l’annulation du renvoi forcé des requérant.e.s d’asile éthiopien.ne.s résidant en Suisse EN: Vaudois collectives are asking Karine Keller Suter, Head of the Federal Department of Justice and Police (FDJP) and Mario Gattiker, Secretary of State for Migration (SEM), as well as the competent authorities to suspend the special flight to Ethiopia scheduled for 27.01.2021 and to cancel the forced return of Ethiopian asylum seekers residing in Switzerland. (DE/FR/EN)
AMARISH: ወደ ኢትዮጵያ የታቀደው ልዩ በረራ በፍፁም ተፈፃሚ መሆን የለበትም. EN: The planned special flight to Ethiopia is must not to take off FR: Le vol spécial prévu pour l’Éthiopie ne doit pas décoller
Trotz Pandemie, Krieg und Krise plant das Staatssekretariat für Migration (SEM) am 27.Januar eine Sammel-Ausschaffung von der Schweiz nach Äthiopien. Betroffen sind laut aktuellen Informationen abgewiesene Asylsuchende, die sich derzeit alle bereits in Ausschaffungshaft befinden.
Unterzeichnende Organisationen: Abgewiesene Geflüchtete aus Äthiopien, ROTA – Migrantische Selbstorganisierung, VERMESS – Verein für Menschenrechte und Solidarität in der Schweiz, Poya Solidaire – Kollektiv von abgewiesenen im Kanton Freiburg, Sudan Protest – Kollektiv Geflüchteter aus dem Sudan, PangeaKolektif – Migrantische Selbstorganisation und Socialist Refoundation Party Europe (SYKP) – Partei der Sozialistischen Wiedergründung, Migrant Solidarity Network
Gestern demonstrierten über 30 geflüchtete Aktivist*innen aus Eritrea erneut vor dem Staatssekretariat für Migration. Sie übergaben den Behörden einen Brief, der die Problematik in Eritrea schildert und ihre Anliegen erläutert. Das SEM, so führten sie aus, wisse nicht genug über die Lage in Eritrea oder wolle nicht genug wissen. Durch den Bürgerkrieg in Äthiopien seien die Menschen in Eritrea auch stark betroffen: Erneut werden wieder unzählige Personen auf unbestimmte Zeit ins Militär eingezogen oder müssen Nahrungsmittel für die Armee abgeben. Wie lange die Unruhen dauern würden wisse niemand, die Region bleibe wohl wieder über Jahre instabil. Deshalb gelte es, dass die geflüchteten Menschen in der Schweiz ein sofortiges Bleiberecht erhalten und eine unbürokratischen Familiennachzug vollziehen können. «Das SEM muss seine Asylpolitik gegenüber dem eritreischen Staat überdenken. Es geht nicht, dass Eritreer*innen mit unsicherem Status in der Schweiz leben müssen!»
Aktivist*innen mit dem Mediensprecher vom SEM, Dezember 2020
Von TIBETISCHE SANS-PAPIERS-GEMEINSCHAFT SCHWEIZ: “Mit viel Frustration aber auch einem Gefühl von Bestärkung haben wir gestern den Artikel in der NZZ am Sonntag1 zur Kenntnis genommen. Unsere Befürchtung, dass die LINGUA-Analysen, worauf mit basierend unsere Asylgesuche abgelehnt wurden, nicht nur mangelnde Qualität, sondern eine politisch motivierte Nähe zu China aufweisen, wurde von vier unabhängigen Tibet-Experten bestätigt. Diese vier anerkannten und unabhängigen Tibetologen haben vertrauliche Akten des Staatssekretariats für Migration SEM wissenschaftlich untersucht und kamen zu einem vernichtenden Ergebnis.