Kundgebung für alle Iraner*innen in der Schweiz

Français ci-dessous/// Die Armeen der USA und Israel bombardieren den Iran. Während das Mullah-Regime sich an die Macht klammert, weitetet sich der Krieg auf die gesamte Region aus. Trotzdem weigert sich das Staatssekretariat für Migration (SEM), abgewiesene Iran*innen in der Schweiz besser zu schützen. Deshalb protestieren abgewiesene Iraner*innen der Gruppe Empathie und Einheit am 3. März 2026 vor dem SEM. Sie haben die Kundgebung in Zusammenarbeit mit dem Migrant Solidarity Network organisiert.

Aufgrund der Lage im Iran beschloss das SEM am 13. Januar 2026 vorübergehend keine gewaltsamen Rückführungen in den Iran zu planen. Eine vorläufige Aufnahme wird den rund 300 abgewiesenen Iraner*innen in der Schweiz, von denen ein beträchtlicher Anteil schon mehr als 5 Jahr in der Schweiz lebt, jedoch weiterhin verweigert. Obwohl eine Reintegration im Iran unmöglich ist, werden abgewiesene Iraner*Innen weiterhin in Nothilfestrukturen isoliert und zermürbt.

Mit dem Ziel einer Praxisänderung zugunsten von iranischen Geflüchteten protestiert Empathie und Einheit nun schon zum 9. Mal vor dem SEM in Wabern. Bereits mehrmals fanden Gespräche und ein Briefwechsel mit dem SEM statt. Bisher leider ohne Erfolg. Um die verfahrene Situation zu deblockieren, sucht die Gruppe erneut den Dialog mit dem SEM.

An der Kundgebungen wird unter anderem diese Rede gehalten:

„Ich bin 17 Jahre alt. Mit 14 Jahren bin ich mit meiner Mutter, meiner Schwester und meiner Grossmutter in die Schweiz gekommen. Ich war noch ein Kind.

Mit 14 hatte ich mein Interview. Ich hatte große Angst. Ich war sehr nervös. Ich wusste nicht, wie ich alles erklären soll. Ich konnte meine Angst nicht gut beschreiben. Ich konnte nicht zeigen, wie gross meine Angst wirklich war. Ich war ein Kind. Heute bin ich 17. Heute verstehe ich mehr. Heute kann ich sprechen. Bitte lassen Sie mich jetzt sprechen.

Wir sind vier Frauen. Meine Mutter, meine Schwester, meine Grossmutter und ich. Meine Großmutter ist alt und braucht Ruhe. Wir haben einen negativen Entscheid bekommen. Man wollte uns die Wohnung wegnehmen. Man wollte uns in ein Rückkehrzentrum schicken. Wir haben drei Monate Zeit bekommen. Jetzt ist schon die Hälfte vorbei.

Seitdem leben wir jeden Tag mit Stress. Mit Angst. Mit Druck. Ich schlafe schlecht. Ich habe oft Kopfschmerzen. Ich habe Angst vor Briefen. Ich habe Angst vor Anrufen. Ich habe ständig das Gefühl, dass unser Leben wieder zusammenbricht. Das ist sehr schwer für meine Seele. Manchmal fühle ich mich müde vom Leben — obwohl ich erst 17 bin.

Auch meine Schule wurde gestoppt. Man hat gesagt, ich soll zu Hause bleiben. Aber ich bin 17. Ich brauche Schule. Ich brauche Bildung. Ich brauche eine Zukunft. Mit Hilfe einer Kirche, wo meine Mutter arbeitet, konnte ich wieder zur Schule gehen. Ich brauche auch ein Ticket für den Schulweg. Ohne Ticket kann ich nicht lernen. Warum ist es so schwer, einfach zur Schule gehen zu dürfen?

Ich möchte eine Lehre machen. Ich möchte arbeiten. Ich möchte mein eigenes Geld verdienen. Ich möchte selbstständig sein. Ich möchte hier etwas lernen und später etwas zurückgeben. Ich will nicht von Hilfe leben. Ich will mein eigenes Leben aufbauen. Ich mache Taekwondo. Sport gibt mir Kraft. Er hilft mir, nicht aufzugeben. Ich frage Sie: Was soll ich tun? Warten? Angst haben? Meine Jugend verlieren?

Mit 14 konnte ich meine Angst nicht richtig erklären. Heute kann ich es. Bitte hören Sie mir zu. Bitte sehen Sie mich als Mensch. Ich bin jung. Ich will lernen. Ich will arbeiten. Ich will leben. Nicht nur überleben. Geben Sie mir eine Chance. Und ich verspreche Ihnen: Ich werde sie nutzen.“

Protection pour tous les Iraniens et Iraniennes en Suisse

Les États-Unis et Israël bombardent l’Iran. Alors que le régime des mollahs s’accroche au pouvoir, la guerre s’étend à toute la région. Malgré cela, le Secrétariat d’État aux migrations (SEM) refuse d’accorder une meilleure protection aux Iraniens et Iraniennes déboutés en Suisse. C’est pourquoi les Iraniens déboutés du groupe Empathie et Unité manifestent aujourd’hui midi devant le SEM. Ils ont organisé cette manifestation en collaboration avec le Migrant Solidarity Network.

En raison de la situation en Iran, le SEM a décidé le 13 janvier 2026 de suspendre temporairement les renvois forcés vers l’Iran. Cependant, l’admission provisoire continue d’être refusée aux quelque 300 Iraniens et Iraniennes déboutés en Suisse. Bien que la réintégration en Iran semble impossible, les Iraniens et Iraniennes déboutés continuent d’être isolés et brisés dans des structures d’aide d’urgence.

Dans le but de faire évoluer les pratiques en faveur des réfugiés iraniens, Empathie und Einheit manifeste pour la dixième fois devant le SEM à Wabern. Plusieurs discussions et échanges de courriers ont déjà eu lieu avec le SEM. Malheureusement, sans succès jusqu’à présent. Afin de débloquer la situation, le groupe cherche à nouveau à dialoguer avec le SEM.