Geflüchtete Aktivist*innen boykottieren Rückkehrzentren und stellen Forderungen an Kanton und SEM

Heute startete in Bern die Aktion “Stopp Isolation“. Über 60 geflüchtete Migrant*innen mit Negativentscheid wehren sich gegen die neuen Rückkehrzentren in Bözingen, Gampelen und Aarwangen. Dort leben sie seit kurzem: “Rückkehrzentren sind offene Gefängnisse am Rande der Gesellschaft”. Die Lebensbedingungen und die Hygiene sind sehr schlecht. Das zeigen diese Videos.

In der Grossen Halle der Reitschule fand am Nachmittag eine Versammlung statt, um einen Brief mit Forderungen an den Kanton Bern und das Staatssekretariat für Migration zu schreiben. Im Brief werden Aufenthaltsbewilligungen und ein Leben in Respekt und Würde gefordert. Diese Nacht schlafen die geflüchteten Aktivist*innen in der Grossen Halle in Bern.

Morgen 7. Juli findet um 12:30 Uhr am gleichen Ort eine öffentliche Medieninformation statt. Um 13 Uhr starten wir Richtung Staatssekretariat für Migration. Um 14 Uhr beginnt dort unsere Kundgebung, damit sich das SEM mit uns trifft und zu unseren Forderungen Stellung nimmt.

«Rückkehrzentren sind offene Gefängnisse am Rande der Gesellschaft. Wir werden dort isoliert. Es gibt dort: Freiheitsbeschränkungen, Gratisarbeit, krankmachende Lebensbedingungen und Stress wegen Polizei, Securitas oder ORS AG. Viele denken wir sind Kriminelle, aber wir sind nicht zum Spass in der Schweiz, sondern weil wir nicht anders können. Wir sind seit Jahren hier – einige schon seit Jahrzehnten. Wir haben viel Zeit unseres Lebens verloren. Hört auf uns zu diskriminieren. Hört auf uns ausschaffen zu wollen. Wir brauchen Respekt und Gleichberechtigung im Zugang zu Arbeit, Wohnungen, Gesundheit und Bildung. Wir sind auch Menschen. Alle haben ein Recht auf ein Leben und Freiheit.» Stopp Isolation – Gruppe von geflüchteten Migrant*innen mit Negativentscheid

2 Replies to “Geflüchtete Aktivist*innen boykottieren Rückkehrzentren und stellen Forderungen an Kanton und SEM”

  1. Guten Tag
    danke für den Bericht. Danke für Euren Einsatz. Ich kann
    den Text, die Forderungen unterstützen.
    Ich kenne eine Dame aus einem Kanton in einem Lager, die mir
    genau die gleichen Geschichten erzählte. Verstopfte Lavabos,
    schlimme Duschen, katastrophale WC etc etc, schlechte
    medizinische Beratung und Behandlung, miserables Essen,
    rassistische Bemerkungen, Erniederigungen, persönliche
    Verletzungen etc.
    Worauf bildet sich die Schweiz etwas ein, wenn ich mit solchen
    Tatsachen konfrontiert werde. .
    Die Gewalt der Securitas / Protectas wird angesprochen.
    Die Menschen drehen fast durch, sind am Limit, ebenso Kinder
    leiden massivst.
    Wenn gewünscht, könnt ihr mich ansprechen. Himmelschreiend
    ist die Bwehandlung der Menschen in den Lagern.
    Zynischer geht es nimmer.

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