Suizide von Geflüchteten bleiben oft unsichtbar. Heute nicht

Suizide von Geflüchteten bleiben oft unsichtbar. Wir haben ihn heute sichtbar gemacht – und damit auch die unzumutbaren Lebensbedingungen für Flüchtlinge mit F-Ausweis in der Schweiz.

Man hört kaum in der Schweiz vor der Situation der Menschen mit F-Ausweis. Als ich im Februar in der Aargauer Zeitung darüber ein Interview gab und den F-Ausweis als „psychische Folter“ betitelt habe, hat niemand darauf reagiert. Ich war eine von tausenden Personen in der Schweiz, die selbst mit meiner Familie für zwei Jahre mit diesem Ausweis leben musste. Zwei Jahre Unterdrückung und Diskriminierung, die wir als Familie jeden Tag überall in diesem demokratischen Land erlebt haben. 2017 recherchierte ich für einen Dokumentarfilm zu diesem Thema und habe nach einigen Monaten einen Film darüber gemacht. Die Namen von Flüchtlingen, die sich in der Schweiz umgebracht haben oder versuchten haben sich das Leben zu nehmen, habe ich über die sozialen Medien bekommen. Mein Film mit dem Titel “Lost Paradise” erzählt auch von Menschen wie Mohammadyar, die jeden Tag unter einer scharfen Asylpolitik leiden und Suizidgedanken haben. Mohammadyar und tausende wie er, mussten von einem lebenslangen Terror aus der Heimat endlich fliehen, um irgendwo eine neue Heimat zu schaffen. Sie sind von einer Heimat geflohen, in der eine faschistische Regierung Terroristen mehr unterstützt und schützt als Bürger. Tausenden von Menschen, die deswegen hierhergekommen sind, glaubten die Migrationsbeamten nicht. Sie glaubten ihnen ihre Verfolgungsgeschichte nicht. Und aus diesem Grund wurde ihr Asylgesuch abgelehnt und kam zum Entscheid: „Vorläufige Aufnahme“, der einen jeden Tag in den Bereichen Ausbildung, Wohnungssuche, Kantonwechsel, Handy Abo, Reisefreiheit, Arbeitsintegration, Familiennachzug, Sozialhilfe usw. einschränkt. Wie lange noch müssen wir vom Terrorismus und unserer korrupten Regierung leiden, wie lange müssen wir noch geopfert und unterdruckt werden, damit wir irgendwo auf dieser Welt einen Platz zum Leben finden!?
Auch hier in der Schweiz versuchen einige Politiker im Parlament immer wieder die Leute mit F-Ausweis in unserer Gesellschaft einzuschränken und zu marginalisieren. Mit dem Ziel: die Schwachen im Land noch mehr zu schwächen.
Mohammadyar war nicht der erste und auch nicht der letzte. Es gab bereits so viele Geflüchtete Menschen, die sich wegen scharfer Asylpolitik hoffnungslos umgebracht haben. Eine grosse Zahl, die aber niemals in den Medien erscheint. Die Geschichte von Mohammadyar und allen anderen wird niemals vergessen. Vielleicht fragt uns irgendeinmal die nächste Generation, wieso wir uns trotz dieser unmenschlichen Politik im Land geschwiegen haben!!

Facebook: I am Mohammadyar

 

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